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MAZE Art Gstaad: Tefaf für Reiche

Besser könnte das Timing nicht sein. Schlechter auch nicht. Das Rosey Long Weekend bringt die Alumni des wohl renommiertesten (und teuersten) Internats der Welt, des Institut Le Rosey, nach Gstaad. Ein besseres Publikum für die kleine Boutiquemesse Art Gstaad mit ihren nur rund 40 Ausstellern lässt sich kaum denken. Andererseits bedeutet das ausgebuchte Hotels und Mondpreise. Das ist allerdings nicht weiter tragisch, denn zusätzlich anreisende Sammler oder gar Kuratoren sind nicht essentiell für den Erfolg der Veranstaltung. Die Konzentration von Reichtum auf der Vernissage am 19. Februar dürfte jene der Tefaf noch übertreffen.

Das Ausstellerfeld ist ebenfalls recht exklusiv. Es reicht vom Antikenhändler Jean-David Cahn aus Basel, über Designgalerien wie Downtown Francois Laffanour aus Paris bis zu zeitgenössischen Galerien wie Societé aus Berlin.

Die einzige Ausstellerin aus Österreich (abgesehen vom Pariser/Londoner/Mailänder etc… Thaddaeus Ropac) ist Rosemarie Schwarzwälder, die mit ihrer Galerie Nächst Sankt Stephan zum dritten Mal teilnimmt. Sie kann bestätigen, dass Messedirektor Thomas Hugs Kalkül aufgeht. Ein mittelformatiges Gemälde von Jongsuk Yoon (37.000 Euro) geht an den Wiener Erstwohnsitz eines Sammlerpaares. Überhaupt scheinen die Verkäufe der ersten Tage vielversprechend. Larkin Erdmann aus Zürich etwa freut sich über den Verkauf eines Gemäldes von Francis Picabia für eine mittlere sechsstellige Summe. 

Für die Aussteller:innen fast noch attraktiver als das Klientel vor Ort dürften die Standpreise sein. Eine kleine Koje mit 25 Quadratmetern kostet 14.000 Franken. Das ist ungefähr so viel wie in Brüssel oder Köln, aber nur ein Bruchteil der Kosten eines Messeauftritts in Basel, Maastricht, New York der London. Direktor Hug weiß sehr genau, dass es im heutigen Messebetrieb in eine Sackgasse führt, Galerien mit immer weiter steigenden Teilnahmegebühren zu belasten. Er hat mit der Uhrenmanufaktur F.P. Journe, Chanel, Phillips oder der Vermögensberatung Indosuez potente Sponsoren akquiriert, die ihm die Profitabilität sichern. Die Finanzierung von Kunstmessen durch Dritte, sei es über Sponsoren oder die öffentliche Hand, könnte für die unter Druck stehende Branche ein Rettungsanker sein.

An den drei regulären Besuchstagen bis Sonntag ist der Eintritt übrigens frei. Und in der Woche darauf zieht der Zirkus weiter nach St. Moritz in das Hotel Reine Victoria. Hier ist das Publikum vom gleichen Kaliber, spricht aber vor allem Deutsch und Italienisch. Für die auswärtigen Galerien hat die Dichte Taktung den Vorteil, dass nur einmal Zollformalitäten anfallen.

Mehr Texte von Stefan Kobel

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MAZE Art Gstaad
19 - 22.02.2026

Art Gstaad
3780 Gstaad, Festival-Zelt (Sportzentrumstrasse)
https://www.mazepresents.com/salon/art-gstaad
Öffnungszeiten: 15-20, So 13-18 h


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