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art karlsruhe: Die Entdeckermesse

Mario Mauroner kann sich dieser Tage gleich doppelt freuen. Siebzehn Jahre ist sein erster und letzter Messeauftritt in Karlsruhe her, diesmal hat der Termin bereits im Vorfeld gut für ihn gepasst, nun sieht es seit kurzem in Österreichs Messelandschaft für dieses Jahr eher kahl aus und in der badischen Metropole herrscht auf dem gut dimensionierten, bestens positionierten Messestand des Galeristen reges Interesse. Als Entree sehr monochrom und sehr rot, also allenthalben eher untypisch, eine große Leinwand von Herbert Brandl aus dem Jahre 2012 (94.000). Ebenso mit dabei und hoch aktuell Drahtobjekte von Constantin Luser, der momentan mit einer großen Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim vertreten ist. Auch für die Teilnahme des jungen Formates älterer Positionen re:dicover hat sich Mauroner entschieden: Knopp Ferro, auch er ein Raumzeichner. Zart und fragil, jeden Luftzug aufnehmend hängen seine Arbeiten wie Mobiles von der Decke und wissen sich gegenüber bunten, massiven Formaten in der Nachbarschaft mit verhaltener Selbstverständlichkeit zu behaupten. Ebenso aus Salzburg angereist, zeigt die Galerie Peter Frey überwiegend Positionen aus der Malerei. Bernhard Ammerers zeitlose Landschaften und Wolkenformationen (2.800-13.000 €) etwa stehen hier der Flüchtigkeit von alltäglicher Urbanität von Kate Waters gegenüber (21.700-29.000 €).

Seit drei Jahren läuft die „art“ nun unter neuer Führung, das macht sich durchaus positiv bemerkbar. Freilich herrscht noch immer ein mitunter kunterbuntes Viel-zu-viel, doch wird in eine auf weniger Spektakel zielende Richtung korrigiert und geförderte Formate wie re:discover für Positionen in „gereiften Schaffensphasen“ tun dem Gesamtbild gut. Sie lassen Entdeckungen zu, die sich heute nicht mehr beweisen müssen, weil sie es längst haben. Helmut Brade bei Erik Bausmann (Halle a.d.Saale) ist so jemand. Vom Bühnenbild und Graphikdesign kommend beherrscht Brade kalligraphisch in einem Zug heitere Tier- und Fabelwesen zu zeichnen, die beste Laune machen (400-500 €). Auch Emil Schult bei J.J. Heckenhauer (Tübingen) hat sich ursprünglich mit Entwürfen von Covers, Comics und Collagen einen Namen als Graphiker gemacht, bis er sich auf die ganz und gar nicht ephemere Kunst der Hinterglasmalerei verlegt hat. Seine Themen liegen in der Welt der Technik, seinem Hochgeschwindigkeitszug „Tee“ (9.800 €) kann man sich selbst im Vorübergehen kaum entziehen.

Gräfe art.concept widmet Lotte Laserstein eine soloshow, vertreten ist sie auf der Messe mehrfach, die Preise sind für diese erst in den letzten beiden Jahrzehnten wiederentdeckte Künstlerin moderat. Bei Felix Jud (Hamburg) etwa darf man sich über Frühlingsboten wie Krokusse oder Hyazinthen (13.000) freuen.  

Zwei Positionen, die man mit Karlsruhe in Verbindung bringen kann, sind für die Tage der Messe wieder gekommen. Bevor man bei Rudolf (Sylt) auf die Klassiker Pechstein, Dix, Zille & Co trifft, wird man von einem ganz einschlägigen Kopffüßer von Horst Antes aus dem Jahr 1980 begrüßt (auf Anfrage). Antes, einst bei HAP Grieshaber in Karlsruhe ausgebildet, war hier für Generationen von Studierenden selbst Professor. ASPN (Leipzig) hat sich mit einer Solopräsentation und einem Skulpturenplatz für Benjamin Appel entschieden, der an der Kunstakademie studiert hat. Seine klar gesetzte Malerei (2.800-9.600) sind verdichtete Räume, seine Skulpturen verrücken die Banalität des Alltags in den Kontext des Besonderen und bleiben dennoch wunderbar lapidar. Im Allgemeinen der Messe und im Besonderen dieses Standes – ein gelungener Auftritt.

Mehr Texte von Daniela Gregori

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art karlsruhe
05 - 08.02.2026

Messe Karlsruhe
76287 Rheinstetten/Karlsruhe, Messeallee 1
http://www.art-karlsruhe.de
Öffnungszeiten: 11-19 Uhr, Freitag 11-20 Uhr


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