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So ein Theater im mumok

Nicht erst seit der Renaissance der Performance in den vergangenen Jahren, oder der Wahl von Florentina Holzinger zur Vertreterin Österreichs auf der Biennale di Venezia im kommenden Jahr ist merkbar, dass es einen Trend zum Theatralen im Museum gibt. Das Museum als ganzheitlichen Erfahrungsraum zu inszenieren, ist auch die Vision von Fatima Hellberg, der neuen Generaldirektorin des mumok. Kunst soll erlebt, nicht nur betrachtet werden können, das ist eine der Überlegungen, mit der Hellberg ihre Direktion gestalten will. Auch die Sammlung soll in regelmäßig wechselnden Präsentationen zugänglich gemacht werden. Einzelne Arbeiten sollen für eine bestimmte Zeit einen eigenen (Ruhe)Raum bekommen in dem die Besucher:innen sich alleine in das jeweilige Werk vertiefen können. Ähnliches hatte früher bereits die Sammlung Essl angeboten.
Neue Kunstwerke sollen über Aufträge und Kooperationen in die Sammlung kommen. Einen Neuzugang in die Sammlung kann Fatima Hellberg bereits im Rahmen ihrer Antrittspressekonferenz nennen: Die Stiftung Ludwig hat den Ankauf der großen Installation Terminal Piece der US-amerikanischen Künstlerin, Autorin und Aktivistin Kate Millet ermöglicht, die auch in der ersten großen Ausstellung der neuen Generaldirektorin zu sehen sein wird.

Die Schau, die sich über die gesamte zur Verfügung stehende Ausstellungsfläche erstrecken soll, wird am 19. Juni 2026 eröffnet. Sechs „Akte“ auf den sechs Ausstellungsebenen werden als ein begehbares Gesamterlebnis aus Theater und Museum konzipiert, so Hellberg. Die Eingangsebene wird von der Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Viebrock als Gesamtkunstwerk inszeniert, in das auch Bereiche einbezogen werden, die dem Publikum normalerweise verschlossen sind.

Parallel zur großen Ausstellung zeigt das mumok die erste museale Einzelausstellung der georgischen Künstlerin Tolia Astakhishvili. Fatima Hellberg hatte die Künstlerin bereits 2023 im Bonner Kunstverein in einer Ausstellung präsentiert, die gemeinsam mit dem Haus am Waldsee in Berlin in zwei Kapiteln konzipiert wurde. Für Wien wird Astakhishvili neue, ortsbezogene Arbeiten entwickeln, die auch Kunstwerke aus der mumok-Sammlung einbeziehen.

Es geht ihr um das „Sprechen mit Kunst“ statt über Kunst, so Hellberg. Der Museumsbesuch soll als Gesamterlebnis erfahrbar werden. Offenheit und Gastlichkeit soll das mumok schon vom Eingangsbereich bis zum Café vermitteln und dafür sollen neue Raumkonzepte entwickelt werden.

Um ihre Ideen auch umsetzen zu können, holt die neue Generaldirektorin den bisher am MMK Frankfurt als Sammlungsleiter tätigen Kurator Lukas Flygare als Chefkurator und stellvertretenden Generaldirektor ans Haus. Die weiteren Ausstellungen, die das neue Führungsduo mit den anderen im mumok beschäftigten Kurator:innen entwickelt, wird man im kommenden Jänner erfahren, dann wird das gesamte Programm für das Jahr 2026 präsentiert.

⤇mumok.at

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Portraitfoto: Maximilian Pramatarov / mumok

Mehr Texte von Werner Remm

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